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Von Timo am Samstag 30 April 2011

Fassungslosigkeit, Enttäuschung, Ratlosigkeit, Wut

In einer Saison, in der nach 32 Spieltagen 4, allenfalls mittelmäßige Mannschaften wie Hannover, Mainz, Nürnberg und Freiburg unter den ersten 7 in der Tabelle stehen, müsste man eigentlich annehmen, dass es niemals leichter war in die internationalen Wettbewerbe einzuziehen wie dieses Jahr. Doch siehe da: Die Eintracht ist Drittletzter! Völlig zurecht! Kein Kampf, keine Leidenschaft. Gespickt mit Schönspielern, die das Wort Kampf nicht kennen, aufgefüllt mit Spielern, die gedanklich seit Monaten bei Vertragsverhandlungen mit anderen Vereinen zu sein scheinen oder einfach deutlich unter ihren Möglichkeiten spielen. 
Eine scheinbar gute Hinrunde, in der man selten die bessere Mannschaft war, aber Dank eines eiskalten Gekas' stets die Punkte einheimste, machte zu selbstsicher. Kaum versiebt eben besagter Grieche eine Chance nach der anderen, stürzt das Kartenhaus ein. Keine Spielanlage, allenfalls lange Bälle, geschickt mit gebeten an die Götter. Gegen abgeschlagene Gladbacher verloren, gegen miese Stuttgarter in Unterzahl zwei Kisten kassiert, in den Derbies gegen Lautern und Mainz keinen Kampfeswillen gesehen. 
Dieser Spieltag gab den Rest. Lautern, Stuttgart und Wolfsburg gewinnen. Selbst eine in sich zerstrittene Mannschaft wie der 1. FC Köln schafft es sich zusammenzureißen und besiegt, wenn auch glücklich, den Tabellenzweiten aus Leverkusen. Und sei das alles nicht schlimm genug, gewinnt auch noch Gladbach völlig verdient beim Tabellendritten in Hannover. 
Rechnet man optimistisch sind gegen auswärtsschwache Kölner 3 Punkte irgendwie möglich, gegen befreit aufspielende und charakterstarke Dortmunder wohl kaum. Wiedererstarkte Wolfsburger werden gegen zwei Mannschaften im Niemandsland (Lautern und lustlose Hoffenheimer) ihre Punkte holen. Also muss nach Gladbach geschaut werden. Diese haben ein Heimspiel gegen Freiburg, in dem wohl jedes Ergebnis möglich zu sein scheint, sowie ihr Abschlussspiel bei einer der größten Enttäuschungen 2010/2011: Dem HSV.
Nach den Leistungen der Rückrunde dürfte man also momentan glücklich sein den Relegationsplatz zu halten. 

Jahr für Jahr hat man gehofft, ein Stückchen näher heranzurücken an die Spitze. Kontinuierlich aber bestimmt. Und gerade als man gedacht hat, einen entscheidenden Schritt zu machen, droht der Sturz ins Bodenlose. Resignation und Frust macht sich breit. Seit Mitte den Neunzigern fährt unser Fanclub aus dem Süden der Eintracht hinterher. Auch jedes "Heimspiel" kostet einen vollen Tag. Genug Freunde und Partner hat man in der Heimat verprellt, Arbeitgeber hintergangen, genug Geld ausgegeben. Alles für das Ziel irgendwann die Früchte zu ernten. Heute stehen wir da wo wir stehen. Resignation Pur. Mannschaften wie VW und SAP sind in der Bundesliga angekommen, Red Bull lässt auf sich warten, Manuel Neuer wechselt zu Bayern. Einzig die 50+1 Regelung bewahrt uns (noch) vor Öl-Multis und US-Medienunternehmen. 
Momentan scheint alles die Lust und persönliche Hingabe für seine große Liebe zu zerstören. 
Bleibt nur die Hoffnung auf ein neues Eintracht-Wunder, aber wer kann daran aktuell ernsthaft glauben?

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